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Was ist der Christopher Street Day?

Unter dem Christopher Street Day – oder kurz CSD – subsumiert man die weltweiten Demonstrationen für die Rechte von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten. Zurück geht die Veranstaltung auf den so genannten „Stonewall Aufstand“ am 24. Juni 1969. Bei diesem Aufstand setzen sich Homosexuelle erstmals gegen die brutale Polizeiwillkür zur Wehr, die immer wieder bei Razzien in Bars und Cafes mit überwiegend homosexuellen von den Polizisten an den Tag gelegt wurde. Der Aufstand fand auf der Christopher Street im New Yorker Stadtteil Greenwich Village statt und gab den jährlich am letzten Samstag im Juli Gedenkmärschen seinen Namen.

Von New York aus breitete sich dieses Konzept der friedlichen Demonstration über die ganze Welt aus und kam auch 1979 unter diesem Motto nach Deutschland. In Berlin und Bremen wurde, wenn auch noch in kleineren Gruppen, erstmals öffentlich unter dem Namen „Christopher Street Day“ demonstriert. Heute gibt es in Deutschland zwischen Juni und August unzählige Veranstaltungen mit den Schwulen, Lesben und andere Menschen für ihre Rechte eintreten. Die größten Veranstaltungen finden in Berlin und Köln statt. Im Gegensatz zur Intoleranz ihrer Gegner sind beim CSD alle Menschen, egal welcher sexuellen Prägung, willkommen. Auch nur so ist es zu erklären, dass der im Jahr 2002 unter dem Motto „Europride“ veranstaltet CSD mehr Interesse bei Zuschauern und Mitwirkenden fand als der Karnevalsumzug. 1.200.000 Menschen besuchten das bunte Treiben oder wirkten aktiv daran mit.

Die meisten Christopher Street Days werden von Vereinen oder Organisationen veranstalten und stehen unter einem politischen Motto. Der Demonstrationstag verläuft meistens in ähnlichen Bahnen: Begonnen wird mit einer Demonstrationsparade, die am Ort der Abschlusskundgebung endet. Zur Erhöhung der Aufmerksamkeit sind die meisten Teilnehmer mit Kostümen ausstaffiert, die auf sie selbst und ihr Anliegen aufmerksam machen. Dabei vergessen sowohl die Mitwirkenden als auch die Zuschauer nicht sich selbst ausgiebig zu feiern. In den meisten Fällen so unkompliziert und friedlich wie man es von Demonstrationen gar nicht gewohnt ist.

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